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18.07.2016 09:18 Alter: 251 days

In der Wasserburg Kapellendorf endlich Nägel mit Köpfen

Am Montag beginnt die Fassadensanierung des Justiz- und Rentamtes. Insgesamt 460 000 Euro stehen zur Verfügung


Seit vielen Jahren schon vermittelt die Wasserburg Kapellendorf den Eindruck, es würde nur wenig gemacht. Das dem nicht so ist, beweist der nagelneue Toilettentrakt, in dessen Flur nun auch der frühere Durchgang zum Pferdestall sichtbar ist, oder der Abwasseranschluss der Burg - eine Sanierung, die dem Besucher freilich verborgen bleibt.

Jetzt aber künden die Gerüste im Innern davon, dass sich auch Sichtbares tun wird. Und in der Tat: In zwei Bauabschnitten wird ab Montag die Fassade des sogenannte Justiz- und Rentamtes der Burg (von außen gesehen links von der Toreinfahrt) saniert. Insgesamt 460000 Euro hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Eigentümerin der Burg hierfür vorgesehen.

Den Anfang macht dabei die Hofseite. Der unhistorische Putz des 20. Jahrhunderts wird abgeschlagen, das Fachwerk einschließlich der Ausfachungen saniert, sagt Susanne Rott von der Stiftung. Zudem werden Steinrestauratoren die Fenstergewände wiederherstellen. Im Herbst soll die Fassade einen neuen Putz und einen neuen An-  strich erhalten, so Rott.

Im Frühjahr geht es dann auf der Grabenseite weiter. Auch hier, so Burgvögtin Marie Petermann, habe man bei Untersuchungen historischen Putz entdeckt, so dass sie wieder verputzt wird. Dabei steht aber Putz nicht für Aufputzen — in der Farbgestaltung will man sich dezent an der Farbe des Natursteinmauerwerkes orientieren.

Die Fassadensanierung bildet aber nur den sichtbaren Auftakt für weitergehende Umbauten, bei denen sich die Burg Schritt für Schritt dem historischen Original annähern soll, sagte Petermann im TA-Gespräch. So ist perspektivisch daran gedacht, das Burgmuseum von der Kemenate, wo es vor allem für Ältere oder Behinderte beschwerlich wird, ins Justiz- und Rentamt ziehen. Der Kassenbereich soll verlegt, der Verwaltungsbereich wieder separiert werden. Interessenten können sich zum Tag des offenen Denkmals im September ein Bild von der Gegenwart und der Zukunft der Arbeiten machen. Freilich ist jede weitere Sanierung abhängig von den finanziellen Mitteln der Stiftung. Doch zumindest für den aktuellen Abschnitt scheint das gesichert.

Übrigens werden die diesjährigen Aufführungen des Burghoftheaters mit dem Stück „Don Röschen – um die Hecke gebracht“ unabhängig von den Bauarbeiten stattfinden.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung