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01.06.2016 10:17 Alter: 328 days

Große Show in kleinem Kapellendorfer Unternehmen

Agrar GmbH Kapellendorf öffnete am Samstag ihre Pforten. Reichlich Besucher überzeugten sich von der Leistungskraft.


Das Wetter war genau so, wie es sich die Landwirte wünschen: Mäßig warm, reichlich Sonne, und Regen war auch angesagt. Und vor der Agrar GmbH Kapellendorf wurden die Parkplätze schon am Vormittag knapp.

Die Gesellschaft hatte zum Hoftag eingeladen – zum vierten Mal schon. Und der unvoreingenommene Beobachter musste anerkennen: Für die kleinste der Agrargesellschaften und -genossenschaften im Altkreis Apolda haben die Kapellendorfer eine ganz große Show geboten.

Auf dem ganzen Gelände konnten sich die Besucher von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens überzeugen. An der Technik war zu sehen, dass es nicht immer nur um größer, schneller und weiter geht. Geschäftsführer Christian Völker verweist auf die relativ kleinen Schläge. Da ist ein Zwölf-Meter-Mähbalken eher ein Hindernis als ein ökonomisches Plus. Dennoch sahen die Besucher: Die Technik wird immer auf dem neuesten Stand gehalten.

Die Gästeschar war groß. Zu ihnen gehörten Vertreter annähernd aller landwirtschaftlicher Betriebe in der Region. Auch die bekamen einen tollen Eindruck von dem Kapellendorfer Agrarbetrieb. Lars Fliege, Geschäftsführer des Branchenprimus‘ Agrargesellschaft Pfiffelbach, war des Lobes voll. „Das Ganze hier ist super organisiert“, freute er sich für die Kollegen. „Und es ist picobello sauber hier, alle Achtung.“ Auch ehemalige Mitarbeiter kamen, zum 4. Hoftag, Geschäftspartner und zahlreiche interessierte Bürger. Selbst aus Apolda kamen die Gäste. Auch die Politik ließ sich blicken: Dass der Kapellendorfer Bürgermeister Jürgen Elstermann zu den ersten Besuchern zählte, hätte wohl jeder erwartet. Aber auch Volker Heerdegen als amtierender Apoldaer Bürgermeister war anwesend, und mit Christiane Schmidt-Rose nutzte auch die amtierende Landrätin die Gelegenheit eines Hofbesuches.

Rede und Antwort standen dabei Eberhard Völker, der Seniorchef und Hauptgesellschafter der GmbH, Geschäftsführer Christian Völker und dessen Frau Manuela. Sie hatten einen schweren Tag, waren pausenlos in Gespräche verstrickt und mussten quasi wie nebenher noch ein paar Probleme lösen. Zum Beispiel: Wie kriegen wir jetzt so schnell wie möglich einen Traktor vor den Hänger für die Flurfahrt. Denn der war noch an den Lanz-Bulldog gekoppelt. Überhaupt die Flurfahrten: Fährt man bis zum letzten Feldrand, ist man eine ganze Weile unterwegs. Immerhin verfügt das Unternehmen über 1250 Hektar Anbaufläche.

Ist das viel? Christian Völker muss sich beim Lächeln schon ein wenig quälen. Denn Flächenverluste sind das, worunter das Unternehmen derzeit am meisten leidet – zu besten Zeiten verfügte man über 1600 Hektar.

Und das Personal will bezahlt sein. Auch wenn es regnet. Auf den Anbauflächen wachsen Gerste, Weizen und Raps, sowie auf 120 Hektar Mais. Für die rund 800 Bullen wird das Futter selbst produziert. Ein Bauer produziert heute Lebensmittel für etwa 150 Menschen – über neun Mitarbeiter verfügt die Agrar GmbH, wenn man den Senior mitrechnet.

Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Die Fleischerei Gemeinhardt ließ den Rost glühen. Den Getränkeausschank hatten die Kapellendorfer mit Hilfe ihres Kirmesvereins selbst übernommen.

Für den guten Ton sorgten zum wiederholten Male die Tönsmänner. Und die kleinsten Besucher konnten auf einem Bauernhofspielplatz sowohl ihr Wissen erweitern als sich auch in Geschicklichkeitsspielen üben. Eine Schminkstation wartete auf die kleinen Ladys, und bei Günter Hör aus Sulzbach konnte sich der Nachwuchs an diversen Knobelspielen ausprobieren.

Übrigens: Vom Regen blieben die Gäste während des ganzen Hoffestes verschont. Auch das hatten sich die Familie Völker und ihre Mitarbeiter verdient.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung  / 30.05.16 /